krüsi hans

(1950, Zürich bis 1995, St. Gallen)

In seiner Kunst – seien es Gedichte, Objekte oder Malereien – brachte Hans Krüsi neben der Darstellung von Menschen hauptsächlich die Liebe zur Natur zum Ausdruck. An Tieren interessierten ihn zunächst die Geräusche, welche er auf Tonband aufnahm, später begann er sie auch zu malen. Von allen Geschöpfen seiner Umgebung bildete er die Kuh am häufigsten ab. Unter anderem ist sie Teil seiner Almauftriebspanoramen, einem Motiv aus der Appenzeller Bauernmalerei, das er in seine „naiv-expressive“ Bildsprache übersetzte. Krüsi verwendete allerlei Gefundenes – wie Packpapier, Karton oder Servietten – als Trägermaterial und veredelte dieses etwa mit Bleistift, Kugelschreiber oder Aquarellfarben. Bei seinem Tod hinterließ der stadtbekannte Künstler ein unüberschaubares Oeuvre.

Als illegitimes Kind wuchs Hans Krüsi erst bei Pflegeeltern in Speicher (AR), dann im Waisenhaus auf. Nach schlechter Schulbildung und einigen Jahren Arbeit als Knecht und Gärtnergehilfe in verschiedenen Gebieten der Schweiz zog er 1947 nach St. Gallen und eröffnete 1948 einen Blumenstand in Zürich. Bereits mit 16 Jahren hatte er angefangen zu fotografieren, seit 1975 schuf er auch Malereien und Zeichnungen. Seit Mitte der 70er Jahre bot er seine Bilder auf dem Blumenstand an. Als schließlich Anfang der 80er Jahre die Schweizer Kunstszene auf ihn aufmerksam wurde, konnte er den Stand aufgeben und sich ganz seiner Kunst widmen. Krüsi starb 1995 als wohlhabender Mann. Sein Nachlass, der vom Kunstmuseum des Kantons Thurgau verwaltet wird, umfasst neben etwa 4000 Malereien und Zeichnungen eine Vielzahl an Fotografien, Negativen, Polaroids, Tonbandaufnahmen, Gedichten, Prosatexten und vielem mehr. Werke von Krüsi sind außerdem im Museum für Lebensgeschichten Appenzell Ausserrhoden zu finden.