20 jahre galerie gugging

12/06/2014 - 02/11/2014

Wir feiern 20 Jahre galerie gugging!

Neben der Präsentation renommierter internationaler Art Brut Künstler und Autodidakten widmet sich die 1994 gegründete galerie gugging besonders dem Aufbau unbekannter Kunstschaffender. Passend zum Jubiläum präsentiert sie den zweiten Teil der Reihe „neue künstler“ und stellt Zeichnungen von helmut hladisch & jürgen tauscher vor. Beide verbindet ein außergewöhnliches Talent, das sie innerhalb kurzer Zeit im Haus der Künstler zu einer vollkommen eigenen Formensprache entwickeln konnten.

Helmut Hladisch (*1961, Wien) stellt hauptsächlich Dinge aus seiner Umgebung oder Alltagsgegenstände dar, die er abstrahiert und verfremdet, bis das Original nur noch erahnbar ist. Über eine zarte Vorzeichnung legt er einen Teppich aus unzähligen parallelen Strichen. Durch differenzierte Linienführung, stellenweise Ausarbeitung der Kontur und Verwendung verschiedener Bleistiftstärken schafft er Bilder mit bizarren Perspektiven – geheimnisvolle Objekte, die zu atmen scheinen.

Jürgen Tauscher (*1974, St. Pölten) interessiert sich für Technik, Action, Abenteuer und Science Fiction. RLT, KSA1, Galactica, oder 747 lauten einige seiner kryptischen Titel. Mit beeindruckendem kompositorischen Gespür setzt er die Requisiten seiner Helden wie Flugzeuge, Raumschiffe oder Spezialautos in Szene. Tauscher beginnt mit einem Gerüst aus Doppellinien, das er anschließend mit Bleistiftstrichen ausfüllt, bis die Konstruktion nur noch zart durchschimmert. In dieser Transparenz erscheinen die kompakten Bilder leicht und filigran.

Werke von der beiden sind noch bis 07. September 2014 in der Ausstellung „small formats.!“ im museum gugging zu sehen.


 „gugging – von bachler bis zittra“

ist die zweite Ausstellung, die an diesem Abend eröffnet wird und zeigt Werke der Künstler aus Gugging von den 1970er Jahren bis heute. Präsentiert werden Klassiker und Raritäten, die einen Einblick in das breite Spektrum der Kunst aus Gugging geben. Die Auswahl reicht von Autographen des Schriftstellers Ernst Herbeck über Fotografien von August Walla bis hin zu den rätselhaft-abstrahierten Bleistiftzeichnungen von Günther Schützenhöfer oder den Tuschearbeiten von Alfred Neumayr.

Weiters vertreten sind Josef Bachler, Anton Dobay, Johann Hauser, Oswald Tschirtner, Erich Zittra u.v.a.

Geschichte der galerie gugging

Die galerie gugging wurde 1994 von Prof. Dr. Johann Feilacher gegründet und ist im Besitz der Künstler aus Gugging. Neben dem Verkauf ihrer eigenen Werke im Rahmen einer klassischen Künstler-Galerie-Vereinbarung, war und ist die Galerie besonders um die Präsentation auch internationaler Art Brut bemüht.

Anfangs wurde die galerie gugging im Haus der Künstler geführt. 1997 bezog sie einige Räume im frei werdenden Nachbargebäude. 2005 übersiedelte sie schließlich nach der Restaurierung in das Erdgeschoß. Parallel dazu entstand das museum gugging, dessen Entstehung Prof. Dr. Johann Feilacher und Mag. Nina Katschnig durch die Gründung einer Stiftung im Jahre 2003 eingeleitet haben.

Die Galerie organisierte bisher an die 300 Ausstellungen der Gugginger Künstler in nationalen und internationalen Galerien und Museen.

Die Leitung der Galerie hat seit 2000 Mag. Nina Katschnig inne, die das Programm der galerie gugging seit 2009 auch auf internationale Art Brut und angrenzende Kunstrichtungen erweiterte. So bietet die Galerie heute auch Werke von Michel Nedjar, Carlo Zinelli, Bill Traylor, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Martín Ramírez wie auch von Gaston Chaissac u.v.a. an.