inschriftierungen

13/10/2011 - 22/04/2012

„Die Inschriftierung besagt sehr vieles!“, meinte bereits der Gugginger Künstler Johann Fischer.

In diesem Sinne präsentiert die galerie gugging in ihrer Sonderschau „inschriftierungen“ Werke im Spannungsfeld von Schrift und Bild. Gezeigt werden Arbeiten der Gugginger Künstler Leonhard Fink, Johann Fischer, Johann Korec, Fritz Opitz, Karl Vondal und August Walla, die ergänzt werden mit Werken der Künstler/Innen Maria Magdolna Balassa, Ida Buchmann, Nick Blinko, François Burland, Josef Karl Rädler und Harald Stoffers.

Die Verschränkung von Schrift und Bild in der Kunst kann man bis zu antiken Buchrollen oder Buchmalerei im Mittelalter zurückverfolgen, ob nun Schrift und Bild miteinander kombiniert wurde, oder die Schrift selbst Bildcharakter einnahm, wie beispielsweise bei der Fertigung kunstvoller Zierinitialen oder der Entstehung eines Bildes durch spezielle Anordnung von Text, wie man es unter anderem in der „visuellen Poesie“ anwandte. So widmet sich auch die Ausstellung „inschriftierungen“ diesen Phänomenen.

Es werden Werke zu sehen sein, die die Symbiose von Schrift und Bild zeigen, wie etwa bei Balassa, Korec oder Vondal: hier werden Textpassagen illustriert bzw. Bilder kommentiert. Balassa zum Beispiel – deren Werk erstmals gezeigt wird – verbindet Texte, die von starken Frauen, Heiligen, oder dem Kampf gegen die Krankheit handeln, mit feinen Zeichnungen aus Tusche und Farbstift, in denen sie die thematisierten Personen abbildet. Darstellungen von Liebespaaren – mit oder ohne Geschlechtsakt – zählen zu den bevorzugten Motiven des Johann Korec. Seine Figuren aus mit Wasserfarben kolorierten Tuschezeichnungen vervollständigt er mit einer Beschreibung des Abgebildeten, mehr oder weniger umfangreich, meist im unteren Teil des Bildes. Karl Vondal bringt anhand der Zeichnung eines Fußballfeldes und dazugehörigem Text – der sich beim Lesen wie die Stimme aus dem Off verhält – auch die zeitliche Komponente in das Bild, das Spiel offenbart sich gleichsam vor dem inneren Auge.

Im Kontrast zu diesen Arbeiten stehen etwa die Arbeiten von Walla oder Stoffers. Hier wird die Schrift selbst zum Bildinhalt: durch die spezielle Anordnung und Ausformung von Buchstaben oder auch Zeilen, entsteht ein ästhetisches Bild. Walla geht hier sogar so weit, dass er durch die Form seiner Buchstaben und Worte, aus denen seine Schriftbilder entstehen, ihre Bedeutung ausdrückt, oder ihnen seine Empfindungen impliziert. Vergleichbar mit der Kalligrafie, deren Hauptziel die Erzielung perfekter ästhetischer Ausgewogenheit und das Sichtbarmachen von Emotionen ist. Stoffers Arbeiten bestechen durch das rhythmische Zusammenspiel von Schrift und selbst gezogenen Zeilen, durch die eine besondere Ästhetik entsteht, der Inhalt ist hier nebensächlich.