lichtbilder - 3 variationen lejo / leopold strobl / august walla

22/11/2018 - 17/02/2019

 

Vernissage: Mittwoch, 21. November 2018 um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 22. November 2018 bis 17. Februar 2019

***GRATIS SHUTTLE-SERVICE am 21. November ab Albertinaplatz um 18 Uhr und retour um 21 Uhr! U.A.w.g. bis 19. November unter office@galeriegugging.com***

 

Lichtbild (Substantiv / Neutrum): im Verfahren der Fotografie hergestelltes Bild; Fotografie (Duden)

Das „Lichtbild“ steht im Fokus dieser Ausstellung und so können Werkgruppen von drei Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in anregender Weise zusammenfinden. Collagen von Lejo, Überzeichnungen von Leopold Strobl und Vintage Fotografien sowie Dokumentarfotos von August Walla werden gemeinsam präsentiert und zeigen drei verschiedene Zugangsweisen zum „Lichtbild“ auf.

Zum ersten Mal gezeigt werden die eigenwilligen, neuen Collagen von Lejo. Bereits voriges Jahr entstand die Serie „Zirpe“, die, wie die heuer entstandene Serie „aufeinander“, auf besondere Weise gefertigt wurde; zwei großartige Arbeiten, denen ein System zugrunde liegt. „aufeinander 1“ besteht aus acht, „aufeinander 2 & 3“ aus neun, etwa vier Millimeter breiten Fotostreifen, die sich von links oben nach rechts unten auf einer Aluplatte Streifen für Streifen aneinanderreihen. Jeder achte bzw. neunte in gleicher Höhe geklebte Streifen entstand aus demselben Foto und so kann man diese mit geübtem Blick wieder zusammenfügen bzw. als Ganzes erkennen. Diese beiden Serien, deren Betrachtung sehr herausfordernd für das Auge sind, stehen den ruhigeren, „weißen“ Arbeiten zur Seite. Dafür verwendet Lejo die Ränder von alten Vintage Fotografien.

Leopold Strobl, dessen Werke mittlerweile weltweit auf Messen und in privaten und öffentlichen Sammlungen zu finden sind, überzeichnet Fotografien. Vor ungefähr dreieinhalb Jahren, begann er diese aus Zeitungen auszuwählen, auszuschneiden und sie zu überarbeiten. Dazu verwendet er Stifte in den Farben Schwarz, Grün und in drei verschiedenen Gelbtönen – die Farbe Rot nur für eine Uhr, falls eine solche auf dem Foto vorkommt. Leopold Strobl ist ein Meister darin, Gegenstände und Personen durch seine schwarzen Formen „unsichtbar“ zu machen und Licht ins Bild zu bringen. Verschiedenste Formen dienen ihm dazu, „Störendes“ verschwinden zu lassen. Mit dem Licht „spielt“ Strobl auf gekonnte Art und Weise und nicht nur deshalb sind seine Werke voller Magie. Es freut uns, dass das MoMA New York fünf Werke von Leopold Strobl für seine Sammlung angekauft hat.

August Walla, der als einer der vielseitigsten Art Brut Künstler weltweit gilt, liebte es, selbst zu fotografieren. Ihm diente die Fotografie unter anderem auch dazu, seine eigenen Werke in Szene gesetzt zu dokumentieren. Wohl überlegt positionierte er seine Werke. Viele seiner Fotografien zeigen die alte Schrebergartenhütte, in der er in seiner Kindheit lebte und die es schon lange nicht mehr gibt. Die Fotos von August Walla ermöglichen einen kleinen Einblick in die äußerst vielseitige Welt des Künstlers, der seiner Zeit mit seinem Schaffen weit voraus war. Wallas Fotografiekunst ist von einem eigenen Stil gekennzeichnet, der weit über die Dokumentation hinausgeht. Sein fotografisches Werk ist hoch angesehen, überzeugend durch die dem gesamten Œuvre innewohnende absolute Eigenständigkeit. 2019 widmet das museum gugging dem Künstler eine Ausstellung, in der bisher nicht gezeigte und publizierte Fotografien, Schriften und Stoffarbeiten gezeigt werden.

Es ist faszinierend, wie vielseitig das Medium Fotografie ist, und diese drei Künstler stehen exemplarisch für den vielseitigen, teilweise überraschenden Umgang damit.

Wir freuen uns sehr auf diese Ausstellung und darauf, Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Besuchen Sie uns und lassen Sie sich inspirieren!

Nina Katschnig & das galerie gugging Team