neumayr alfred

(*1958, Tulln, NÖ)

Neumayr experimentiert mit verschiedenen Federn, bringt auf, kratzt ab, arbeitet farbige Tuschen oder Bleistift ein, verdünnt oder vermischt. Als Grundplatte verwendet er unterschiedliche Leinwände oder Kartons. Seine Arbeitsweise erinnert an den schon von den Surrealisten angewandten Automatismus: Unter Ausschluss der Vernunft beginnt er an einer beliebigen Stelle und lässt seine Hand gleiten, bis er ein Motiv in den unzähligen Linien sieht, das er in weiterer Folge ausarbeitet. Dabei entstehen Bilder, die an geologische Formationen, Fotografien aus dem Weltraum, Phantasiewelten oder Fabelwesen erinnern. Der Betrachter nimmt die winzigen Detailelemente als Figuren oder Gesichter wahr. Durch die verschiedenen Stärken seiner Federstriche und die rhythmischen Strukturen, zu denen Neumayr diese verbindet, scheinen seine Bilder lebendig zu werden. Die diffuse Darstellungsweise erlaubt viel Raum für Assoziation und Interpretation: aus der Luftperspektive betrachtete Wellengänge, Tierherden, Schlachtszenen – was immer sich für den Rezipienten eröffnet und vor seinem Auge erscheint. Seine Arbeiten sind in der Collection de l´Art Brut, Lausanne, sowie in der Diamond Collection, Wien, vertreten.

Der gelernte Offsetdrucker begann 2005 durch Ermutigung eines Freundes mit seiner künstlerischen Tätigkeit. Seit Anfang 2011 besucht er täglich das atelier gugging.